Analog oder digital?

Veröffentlicht am 21. Dezember 2021 um 20:04

Die Pandemie lehrt uns, wie viel wir durch digitale Lösungen abbilden können. Viele Technik-Jünger meinen, dass persönlicher Kontakt gar nicht mehr notwendig sei.

Meine persönliche Meinung dazu ist inzwischen eine ganz andere. Ich arbeite mit Menschen und das funktioniert nur wenn man sich in die Augen sehen kann, wenn man das Gegenüber spürt und gegebenenfalls auch riecht.

Ein Aspekt, der seit langem diskutiert wird, ist die Ablösung des Buches durch elektronische Varianten. Ja, man muss nicht mehr so viel herumschleppen, man kann mit den Suchfunktionen Wörter schneller auffinden. Alles richtig. Trotzdem finde ich wesentliche Passagen nicht durch einzelne Wörter sondern durch optische und haptische Reminder. War die Stelle weit vorne oder eher hinten. Gab es einen Absatz am Beginn der Seite oder war es mitten im Fließtext.

Inzwischen habe ich einen Punkt erreicht, wo ich satt bin von dieser ewigen Digitalisierung. Die Monate permanent vor dem Rechner verbracht, der Körper und Geist müde. 

Und trotzdem - oder genau deswegen? - ist es schwierig sich wieder auf ein Buch einzulassen. Die digitale Unruhe wirkt nach der Dauerbestrahlung nachhaltig und braucht Phasen der Distanz.

In diesem Sinne nehme ich mir jetzt ein Buch zur Hand und genieße es in die Tiefen hinabzusteigen. Bedrucktes Papier, gebunden, mit viel Widmung gefüllt mit wertvoller Information. Wesentlich tiefer gehend und bleibender als digitale Text, die so schnell sie gelesen ebenso schnell wieder vergessen sind.  


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