Der/die sagt ja nichts.

Veröffentlicht am 28. Juni 2021 um 11:34

Das große Schweigen - verstärkt durch Videokonferenzen. 

In meinem Beitrag "Wenn nur die lauten Vögel sängen..." (siehe Wenn nur die lauten Vögel sängen wäre es ruhig im Wald / Unternehmens-Blog | CLC.at - Christian Lenz Consulting & Projektmanagement) habe ich diesen Aspekt bereits aus der Team-Perspektive angesprochen. Aber wie kann ich als Moderator bzw. Teamleiter mit der betroffenen, schweigenden Person in einem Meeting aktiv umgehen? Während es bei Anwesenheitsmeetings das Davor und Danach gibt, wo individueller 4-Augen-Austausch möglich ist, verstummen diese ruhigen Teilnehmer in den Video-Konferenzen vollkommen. Als Moderator ist man schon vollauf beschäftigt die anderen auf Kurs zu halten und Ablenkungen möglichst zu unterbinden. Aber sich jetzt auch noch aktiv um jene kümmern, die Videokonferenzen eigentlich angenehm machen, weil sie nicht stören?

Auch große Unternehmen der Digitalwirtschaft nötigen Mitarbeiter wieder zur Rückkehr in die Büros. Warum?

Videokonferenzen und Homeoffice steigern die Effizienz der Arbeit ungemein. Kaum Störungen - sofern die notwendige Infrastruktur gegeben ist. Kein Kaffeegetratsche, keine Abschweifungen. Moment - wie sieht es mit der Effektivität aus? Wie erfolgen Kurskorrekturen? Vielleicht - oder gerade wegen den ruhigen Teammitgliedern? Fällt leider wegen der gesteigerten Effizienz weg.

Nach meinen Erfahrungen sind die Ruhigen im Besonderen jene, die Entscheidungen kritisch hinterfragen. Aber dazu braucht es erst den geschützten Raum wo sie ohne die Gefahr des Blamierens oder des Niedergemachtwerdens mal reflektieren können. Die Resultate sind oft ernüchternd, wenn man aus der eigenen Euphorie geholt wird, aber wichtig für die Effektivität des Handelns. Denn auch wenn hocheffizient gearbeitet wird - wenn man den falschen Zielen hinterherläuft ist es nur vergeudete Energie.

 


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