Abbzia - Tage voller Ideen, Gedanken und Gesprächen

Veröffentlicht am 6. Juni 2021 um 10:48

Zurück auf der Abbazia fast als wäre es erst gestern gewesen. Harald Welzer, der die Abschlusskeynote vor 2 Jahren gehalten hat, eröffnete diesmal die Veranstaltung - quasi ein 2 Jahre dauernder Vortrag... Zur Sprache kamen viele Aspekte der vergangenen 1,5 Jahre - Probleme um Homeschooling, vermeintliche Effizienz-Steigerung der Unternehmen, Verschiebungen der Werte (Fokus: Schutz einer "Randgruppe" - der Senioren rangiert vor der Wirtschaft). Vieles wurde möglich - doch wie viel bleibt nachhaltig?

Renee Schröder mit dem Hinweis, dass wir uns als Menschen nicht so wichtig nehmen sollten - im Bezug auf die 13,8 Mrd. Jahre bisher ist die Episode Homo sapiens sapiens eigentlich "vernachlässigbar". Barbara Preinsack zeichnete die Wunschvorstellung der Menschen während der Coronakrise als die eines gesunden und nicht zerstörerischen Lebens - nicht Reichtum und Egoismus bestimmt die Gedanken der Menschen. Harald Katzmair wies - neben ornithologischen Expertisen - darauf hin, dass Netzwerke kooperativ sein sollen. Nicht ständiger Wettbewerb mit Gewinnern und Verlierern schafft Entwicklung, dies führe lediglich zu einer statischen Situation. Instabilität jedes Einzelnen und daraus resultierende kooperative Dynamik seien notwendig für die gemeinschaftliche Entwicklung. Thomas Schinko fasste die bedrohenden Entwicklungen des Anthropozäns zusammen. Nachdem auch der WEF inzwischen Climate Change an die Spitze der Risiken gehoben hat, werde es offensichtlich Zeit diese Entwicklung ernst zu nehmen. Wobei nicht absehbar ist, wann Kipppunkte der Systeme eintreten und wie sich ein möglicher Dominoeffekt auswirkt. Bisher seien nur einzelne Bereiche im Ansatz erforscht - ein Gesamtblick ist noch nicht absehbar.

Philipp Blom lief es beim Gedanken "zurück zur bisherigen Normalität" kalt den Rücken hinunter. Wir Menschen hätten es uns in der Krise gemütlich gemacht und noch nicht verstanden, dass wir uns nicht in der Krise befänden sondern die Krise seien.

Ein hochinteressantes Setting wo Wissenschaft auf Wirtschaft und Politik trifft. Wo Naturwissenschaften in den Diskurs mit Philisophie, Ökonomik und Praxis treten. Eingebettet ist ein einzigartiges Ambiente, umrahmt von außergewöhnlicher Landschaft und hervorragender Kulinarik. 

Ich freu mich auf ein Wiedersehen nächstes Jahr.


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