Die Verantwortung der Starken

Veröffentlicht am 2. April 2021 um 17:31

Eine Frage, die mich schon seit langer Zeit begleitet ist wie die Balance zwischen Starken und Schwachen gefunden werden kann. 

In vielen Diskussionen (z.B. Klimaschutz, Durchsetzen von "vernünftigen" Maßnahmen, Geschäftserfolg) dreht es sich um die Frage der starken Führung und Entscheidungsträger. 

Doch ist es gut, dass starke Persönlichkeiten den Weg vorgeben? Widerspricht das nicht dem grundsätzlichen Konzept der Demokratie? 

Ein wesentlicher Aspekt bei dieser Betrachtung ist die Zunahme der Komplexität der Welt. Die Prozesse werden global immer verwobener und undurchdringlicher. Für jede Einzelne ist es unmöglich hier noch einen Überblick geschweige denn eine gefestigte Meinung zu haben. Denn wovon ich heute noch überzeugt bin, das kann morgen schon Makulatur sein. Wohin also wenden?

Natürlich kann man organisatorische Hierarchien bauen. Vom Einzelnen an die Gruppe, an die Kommune, an das Land, an die Republik, an die EU - an die UNO - und dann?

Diesen Gedanken noch etwas weiter gedacht: Wenn Mächtige aus den USA und China unterschiedliche Interessen vertreten - wer sagt dann was richtig ist? Damit führt die Idee des mächtigen Entscheiders in eine Sackgasse.

Nur wie kann ein Gegenentwurf aussehen, der eine Einhegung der Mächtigen schafft und eine möglichst breite Akzeptanz findet? Und wie kann dann eine derartige Meinung / Entscheidung durchgesetzt werden, wenn sie gegen die Interessen der Starken gerichtet ist?

Vordergründig gibt es natürlich Ideen wie die Gewaltentrennung, befristete Regierungszeiten, Oppositionsrechte - nur wie leicht diese Konzepte außer Kraft gesetzt werden können, zeigen die Mächtigen dieser Welt in regelmäßigen Abständen.

Was bedeutet das aber in unserem Handlungsrahmen? Braucht es immer eine Eskalationsebene oder sind Betroffene befähigt selbst tragfähige Lösungen zu finden? Ermöglicht wird dies zum Beispiel des servant leader Konzepts, was jedoch die Bereitschaft der Führungskraft voraussetzt zumindest auf Teile ihrer Macht zu verzichten. 

Ergebnisse können natürlich zu Veränderungen führen - nur solange ein Starker vermeintlich erfolgreich ist - wie ihm beikommen?

Macht - Erfolg zwei Begriffe, die fein getrennt werden müssen. Ist die Durchsetzung von Macht gleichbedeutend mit erfolgreich sein? Erst wenn eine Gruppe überprüfbare Kriterien für Erfolg definiert hat, ist der Rahmen geschaffen Macht einzudämmen.

Ein gedeihliches Zusammenspiel braucht daher immer alle Betroffenen. Starke, die sich zurücknehmen und ihre Stärke in den Dienst der Sache setzen. Die Rahmen schaffen, dass auch die Schwachen zu Wort kommen und ihre Ideen einbringen können (siehe auch: Wenn nur die lauten Vögel sängen wäre es ruhig im Wald). 

Wie schaffen Sie es Schwachen ihre Position zu verschaffen?


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